Aktuelle Informationen zur Corona-Krise

die Corona-Krise stellt uns alle vor unglaubliche Herausforderungen.
Deshalb gibt es von öffentlicher Seite ein Unterstützungsprogramm, das einige Unternehmen vor einer Zahlungsunfähigkeit bewahren kann. Alle Maßnahmenpakete sind aber leider von Bundesland zu Bundesland verschieden und die Voraussetzungen und Leistungen ändern sich derzeit noch stetig.

Die nachfolgenden Informationen sollen einen ersten Überblick der wesentlichen Möglichkeiten geben, wie Sie auf Ihre betrieblichen und exitenzgefährdeten Ausfälle  reagieren können. Bitte kontaktieren Sie uns bei weiteren Fragen.

1. Beantragung von Kurzarbeitergeld

Kurzarbeitergeld für sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter:
Bitte registrieren Sie sich unter dieser Adresse https://anmeldung.arbeitsagentur.de/portal und setzen sich anschließend mit uns in Verbindung, damit wir die weiteren Abläufe für Ihre Lohnabrechnungen besprechen können.

2. Soforthilfen für Selbständige und Freiberufler

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang, dass die Soforthilfen dem Grundsatz nach das Überleben des Betriebs sichern sollen und für laufende Kosten wie Miete, Leasingraten o.ä. gedacht sind. Das Geld ist primär für den Betrieb bestimmt, nicht für die Deckung privater Schuldverhältnisse. Der Sofortzuschuss ist ist von Bundesland zu Bundesland an andere Voraussetzungen geknüpft und meist nicht für einen Umsatzausfall gedacht, sondern für einen Liquiditätsengpass oder eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage. Private Sparrücklagen müssen im Regelfall zunächst eingesetzt werden. Bitte lesen und prüfen Sie die Voraussetzungen genau, bevor Sie einen solchen Antrag stellen, um strafrechtliche Konsequenzen wegen Subventionbetrugs zu vermeiden.
Update vom 29.03.2020: Die Regierung in Baden Württemberg hat einen Kurswechsel vollzogen und mittlerweile werden Soforthilfen auch dann ausgezahlt, wenn private Rücklagen vorhanden sind. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf diesem Link: https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilung/pid/erleichterungen-bei-foerderbedingungen-fuer-hilfsprogramm-fuer-baden-wuerttembergische-wirtschaft-1/

In Bayern muss weiterhin das private Vermögen zunächst eingebracht werden.

 

3. Grundsicherung

Für Selbständige, deren Einkünfte durch die Corona-Krise nicht mehr ausreichen, um die Lebenshaltungskosten zu decken, wurden die Voraussetzungen für die Grundsicherung (umgangssprachlich “Hartz IV”) stark gelockert. Wenn bis zum 30.06. die Grundsicherung für lediglich sechs Monate beantragt wird, erfolgt keine strenge Vermögensprüfung nach bisherigen Maßstäben mehr.
Weitere Informationen finden Sie im Internetauftritt der Arbeitsagentur: https://con.arbeitsagentur.de/prod/cmsportal/marketing/corona-grundsicherung/

4. Unterstützung durch das Finanzamt/Sozialversicherungen

  • Herabsetzung oder Aussetzung laufender Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer
  • Stundung fälliger Steuerzahlungen: es ist auch eine zinsfreie Stundung möglich, jedoch muss der Nachweis der Zahlungsunfähigkeit durch die Corona-Krise belegt werden
  • Erlass von Säumniszuschlägen
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen bis zum 31.12.2020
  • Vollständige Erstattung mit einer Stundung der Sozialbeiträge ausgefallener Arbeitsstunden. Allerdings entscheidet hierbei nicht das Finanzamt, sondern die Krankenkasse im Einzelfall. Voraussetzung ist ebenfalls eine finanzielle Notlage aufgrund der Corona-Krise
  • Rückerstattung der Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung unter Beibehalt der Dauerfristverlängerung.

5. Kreditbürgschaften

Kredite bei Ihrer Hausbank können über die KfW-Bank abgesichert werden, sodass Sie besonders günstige Zinssätze erhalten.

6. Erstattungsansprüche nach dem Infektionsschutzgesetz

Falls Sie von einer Quarantänemaßnahme  des Gesundheimtsamts betroffen sind, erfolgt eine Erstattung des Verdienstausfalls bzw. der Personalkosten durch das Infektionsschutzgesetz. Auch hier ist ein entsprechender Antrag notwendig. Soweit eine Tätigkeit im Home-Office fortgesetzt werden kann, muss Ihrerseits jedoch der wirtschaftliche Schaden so gering wie möglich gehalten werden muss.

7. Moratorium für Schuldverhältnisse

Der Bundestag hat mit Sitzung vom 25.03.2020 das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Ppandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht beschlossen. Das Gesetz sieht unter anderem ein Moratorium zur Erfüllung von Ansprüchen aus wesentlichen Dauerschuldverhältnissen gegen Verbraucher und Kleinstunternehmen bis 30.06.2020 vor. Auch werden Kündigungen durch den Vermieter eingeschränkt, falls Mietausfälle aufgrund der COVID-19-Pandemie entstanden sind.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Details hierzu an den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens.

Sämtliche Steuererleichterungen, Zuschüsse oder sonstigen Maßnahmen haben aktuell die Voraussetzung, dass erhebliche wirtschaftliche Einbußen aufgrund der Corona-Krise entstanden sind. Sollte es Ihrem Unternehmen weiterhin noch finanziell gut gehen, ist eine Inanspruchnahme der Fördermöglichkeiten aktuell unzulässig! Falls Ihr Unternehmen bereits vor der Corona-Krise in finanziellen Schwierigkeiten war, ist eine Beantragung der Fördermaßnahmen ebenfalls nicht erlaubt.

 

Es ist eine Vielzahl weiterer Entlastungen geplant.
Ein sehr guter Überblick ist in dieser Mindmap der Steuerberaterkammer Niedersachsen ersichtlich.